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Liebe → GesundheitPsychologieDie Dummheit der Welt
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Liebe

Liebe hat das Zeug, Thema Nr. 1 auf der Welt zu sein. Daher ist der Großteil aller Filme und Lieder thematisch an Liebe aufgefädelt. Drama- und Heulfaktor sind hierbei hoch angesiedelt. Die meisten Liebeslieder werden übrigens in der Stufe des Verliebtseins geschrieben, weil Verliebtsein mehr Energien hervorbringt als die Stufe nach dem Verliebtsein. Interessante Nebengeschichte.

Es gibt Liebe und Verlieben. Verlieben geht sehr schnell und einfach, das schaffen selbst zwei Sträuße in der Steppe, ohne groß Interessen und Gemeinsamkeiten ausgetauscht zu haben. Auch Menschen verlieben sich daher immer wieder recht ansatzlos, um mehr oder weniger schnell festzustellen, dass das Gold bedingungsloser Frischfaszination relativ schnell Abrasion erfährt.

Bei Liebe wird es schon deutlich schwieriger. Jetzt kommt's: Von je hundert Männern und Frauen, die ineinander verliebt waren, empfinden nach Ablauf von fünf gemeinsam verbrachten Jahren (wenn es so weit überhaupt gekommen ist) nur noch zwei bis sechs tiefe, leidenschaftliche Liebe. Belegt wird diese Einschätzung durch den Fakt, dass eine Ehefrau mit zwei Kindern ihrem Ehemann nicht mehr die Hose aufmacht, wenn er abends zur Tür reinkommt, um in leidenschaftlicher und gieriger Liebe Französisch mit ihm zu sprechen. Ebenso wenig verzehrt er sich nach ihr. Das gesamte Verzehrungspulver ist in aller Regel in den ersten drei bis sechs Monaten einer Beziehung verschossen, je nach Grad und Tiefe der Entzückung und je nachdem auch, wie oft zwei Menschen sich treffen und wie schnell sie wie viel Zeit miteinander verbringen.

Es macht aber nichts aus, wenn Leidenschaft und Begierde weichen. Vielleicht wär's schöner, wenn nicht, aber mein Gott, so ist es halt. Mit Gelassenheit auf den Schultern nehmen wir jene Verhältnismäßigkeiten zur Kenntnis, die wir eh nicht ändern können und vielleicht auch gar nicht müssen. Die Frage ist ohnehin, ob sich Liebe immer nur in sexueller Begierde ausdrücken kann. Wir können ja auch den Frühling und den Sommer lieben, losgelöst von jeglicher Körperlichkeit.

Alle wünschen sich immer, dass aus dem anfänglichen Verliebtsein später Liebe wird. Zu beobachten ist eine solche Entwicklung vom Schmetterling zum Superschmetterling jedoch so gut wie nie. Wir haben es nach einigen Jahren eher mit einer gewöhnlichen Stubenfliege zu tun, die den ganzen Tag ruhig oben im Zimmereck sitzt. Sie stört nicht, ist einfach nur da, ist nicht zu bemerken und hat ihr elektrisches Potential ausgeturnt.

Verlieben und reflexartige Begierde-, Sehnsuchts- und Traumgestaltungsmuster entstehen schnell durch Kleinigkeiten wie Gesten, Äußerlichkeiten und Kurzeindrücke. Von Liebe jedoch können wir nur sprechen, wenn zwei Menschen auch nach vielen Jahren gemeinsam verbrachter Zeit immer noch Freude aneinander haben, weil beide so gut finden, wie der andere denkt und sich grundsätzlich in den verschiedensten Alltags- und auch Brisanzsituationen verhält. Ähnliche Gedankengänge und Interessen begünstigen Langzeitliebe.



Ein oft zu beobachtendes Muster ist dieses: Männer und Frauen verlieben sich, formen soundso lange eine Beziehung, trennen sich, weil Anfangszauber raus, neue Beziehung. Das machen sie so lange, bis das Heirats- und Familiengründungsalter gekommen ist. Die nächste Verliebungspartie, die dann zufällig den Weg kreuzt, wird der Partner fürs Familienleben. In dem Fall trennen sich die zwei Beteiligten in der Après-Zauber-Phase nicht, sondern zeugen Kinder und ziehen das Ding eiskalt durch. Das Familienkonzept lässt sich mit sehr vielen verschiedenen Menschen abwickeln. In der Art einer Wohngemeinschaft reißen sich zwei Menschen einfach zusammen, arrangieren sich, stricken Kompromisse und fertig, Liebe und Leidenschaft hin oder her. Das funktioniert einigermaßen gut, keine Frage. Die Frage ist: War's das dann, ja?

Liebe und Verlieben sind imstande, positive Lebensgefühlsströme in uns zu erzeugen wie kaum etwas anderes. Das kann uns interessieren oder auch nicht. Den meisten sind diese Ströme auf Dauer zu anstrengend. Zwar ist es toll, sich am höchsten Punkt der Zauberbahn aus dem fahrenden Wagen heraus eine vollreife Mango vom Baum zu pflücken und sich diese gegenseitig in den Mund zu schmieren, aber wenns Gefälle kommt oder der Partner in einen anderen Wagen springt, fährt es uns in den Bauch, dass wir drei Monate lang nichts mehr essen möchten. Dann doch lieber Familiending und 20 bis 60 Jahre Ruhe im Liebesmodul. Einfach Rasen mähen, Haushalt machen, Einkäufe erledigen, arbeiten, nach den Kindern gucken und fernsehen. Das ist auf jeden Fall die emotional weniger aufreibende Variante.



Ich halte das gängige Ehe- und Familienmodell für minusoptimal und verfehlt. Ich finde es nicht schön, wenn Frauen mitteilen, dass sich ihr Mann nicht mehr für sie interessiert. Gott, wie oft ist dieses Phänomen zu bezeugen. Frauen sind so nett. Die haben das Interesse echt verdient. Das Problem ist, Frauen im Eheverbund neigen dazu, sehr unflexibel zu sein, was die Wahl des Interesselieferanten angeht, sprich sie hätten am liebsten das Interesse ihres Mannes, weil sie so unfassbar liebenswert und niedlich treu sind. Es ist ja nicht so, dass vor der Tür nicht 500 interessewütige andere Männer stehen, die nur darauf warten, der Frau Gedichte zu schreiben, ihr Gänseblümchen in die Handtasche schmuggeln zu können und ihr in einem Anfall von Verehrung, Begierde und Entzückung die Füße zu lecken. Aber: Macht man nicht, weil: Tut man nicht. Vielleicht auch: Will ich gar nicht. Das Vermögen und die Bereitschaft der Frau, zu lieben, sind sehr stark an das Maß an Exklusivität gekoppelt, das ein Mann einer Frau einzuräumen bereit und fähig ist.

Wie gehen wir das Dilemma des nachlassenden männlichen Interesses an?
Möglichkeit A: Der Frau ist es egal, sie findet sich damit ab und schlendert ohne ausgelebtes und ausgekostetes Männerinteresse durch den Rest eines beschaulichen Lebens. Möglichkeit B: Nesterbau.

Um Stabilität, Sicherheit, jährlich wiederkehrende Hochzeitsglocken, Aufmerksamkeit, Interesse, Seelenaufblühen und das Potpourri menschlicher Bedürfnisstillung zu ernten, müssen größere Nester gebaut werden. Das gängige Familienmodell aus Papa, Mama und zwei Kindern ist viel zu klein. Keine Ahnung, wer sich diesen Scheiß ausgedacht hat. Es ist lebbar, keine Frage, irgendwie kriegen wir das über die Bühne, aber im Vergleich zum spratzenden Nesterbau der Fülle ist es nur ein Abklatsch.

Das Nest ist immer für alle da. Egal wie viele Omas, Opas, Männer, Frauen und Kinder darin leben, das Nest ist da und alle sind versorgt mit was auch immer. Niemand wird einen Mann und eine Frau daran hindern, sich innerhalb eines Nestes bis ans Ende ihrer Tage zu lieben und zu begehren und sie können sich auch schwören, dass ihnen das Auge abfaulen möge, sollten sie jemals einen anderen Nestbewohner ansehen, alles gar kein Problem. Aber: Wenn die Sache schief geht, fängt das Nest alle gestolperten Seelen auf.

Die gewöhnliche Kleinfamilie ist schlichtweg zu klein, zu wenig nahrhaft und anfällig. Wir fahren ja auch nicht zu zweit in einem Kanu 12.000 km über den pazifischen Ozean, sondern in einem unwettersicheren Komfortdampfer mit 5.000 Passagieren. Und am besten lassen wir vorher das Wasser ab und gehen zu Fuß, weil das noch sicherer ist.



Offenheit und Ehrlichkeit spielen eine weitere tragende Rolle im Prozess der Zwischenmenschlichkeitsoptimierung. Zwar sagen alle, "ich wünsche mir einen ehrlichen Partner", der durchschnittliche E/O-Wert (Ehrlichkeits/Offenheitswert) in Beziehungen liegt dennoch bei gerade mal 17 %. Siebzehn Prozent, mein Gott, das ist so wenig. Erstaunlich, dass das überhaupt funktioniert. Ein E/O-Wert von 100 % bedeutet, dass sich Mann und Frau jeden noch so unsäglichen, verheimlichungswürdigen oder auch peinlichen etc. Gedanken mitteilen, der ihnen durch den Kopft geht. 17 % bedeutet, dass ein Paar oben aufm Eisberg Arm in Arm gemeinsam lächelnd für ein Foto posiert, während sich unter der Wasseroberfläche Dinge befinden, die beide lieber gar nicht voneinander wissen wollen. Den meisten Menschen fehlen tatsächlich die Eier für höhere E/O-Werte.

Viele Menschen leben noch zusammen, weil sie nur 17 % voneinander kennen. Vielleicht also eine gute Taktik. Wieso den E/O-Wert auf 70 erhöhen und sich dann aus der Schockstarre heraus trennen? Im Endeffekt aber sind all die verschwiegenen Prozente inhaltlich gar nicht so schlimm, wie alle immer meinen. Es ist alles eine Frage der Gelassenheit.

Das Allerwichtigste an der Sache ist: 17-%-Beziehungen sind viel instabiler, denn das Mauerwerk hat nur einen 17-%-igen Erdbebenschutz. Öffnen sich zwei Paarteile jedoch zu 50 bis 100 % und teilen sich mit, welche Regungen im Innern vorliegen, so erhöht sich der Erdbebenschutz (wenn es gut geht) um den entsprechenden Prozentsatz und es gibt irgendwann nichts mehr auf der Welt, das ein solches Paar noch trennen kann. Stichwort Sicherheit. Alle wollen doch immer Sicherheit. Löst sich eine Beziehung anhand einer E/O-Rakete auf, dann war sie sowieso nicht zwingend lebenswert. Nicht wenige Menschen getrauen sich übrigens nicht mal, allzu deutlich in sich selbst zu gucken.

Ich werde mit interessierten, fähigen und hauptgewinnfreudigen Menschen ein immenses E/O-100-Nest bauen und jeder, der es besucht, wird spüren, dass es das um 83 % überlegene Modell ist.



Dem Thema Sex ist im Kapitel Liebe gewiss auch ein Absatz zu widmen. Aber ach, was ist schon groß dazu zu sagen? Des Mannes Interesse und Antrieb bezüglich sexueller Eskapaden in allen Formen, Varianten und Ausprägungen überragen das sexuelle Engagement und Initiativmoment der Frau um einen siebenfachen Pornomultiplikator. Ab und zu kommt es zu gemeinsamen Schnittmengen, innerhalb derer der Sex dann genossen werden kann. Zum Glück sind Mann und Frau so unterschiedlich, sonst wären wir entweder schon ausgestorben, weil es nie zum Vögelakt käme (passiver Frauenmodus), oder wir versänken in hoffnungsloser Überbevögelung (hechelaktiver Ständig-immer-und-überall-Männermodus).

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Gesundheit

Ein funktionierender, störungsfreier Körper schenkt Spaß. Es soll nix drücken, zwicken und jucken. Am besten, wir spüren den Körper einfach überhaupt nicht, an keinem Tag im Jahr. Funktionierende Dinge und intakte Mechanismen sind unvergleichlich erfreulicher als nicht funktionierende und malade.

Zellstrukturen funktionieren am besten, wenn sie lebendig sind. Daher pumpt und spratzt das Leben so sehr in der Natur. Durch Hitze erlahmt oder erlischt die Lebendigkeit in Zellstrukturen, weshalb auch unser Körper sofort streikt, sobald sich dessen Temperatur um gerade mal fünf Grad auf 42° C erhöht. Was nicht erhitzt ist und lebt, kann sich fortpflanzen. Aus einem Kirschkern wächst ein neuer Kirschbaum. Aus erhitzten Eiern und Samen wird kein neues Leben hervorgehen. Autos, Züge oder Toaster können sich nicht fortplanzen, da sie erhitzte, ausgehärtete Materie sind.

Unsere ganze Welt besteht mehr oder weniger aus erhitzter Materie, da Hitzezufuhr der Motor schlechthin in sämtlichen Industriefertigungszweigen ist. Auch unsere Speisen erhitzen wir in aller Regel. Das macht Spaß, schmeckt hervorragend und der Körper kann einigermaßen damit umgehen. Führen wir unserem Körper aus Interesse an natürlicher Nahrung über einen längeren Zeitraum testweise jedoch nur unerhitzte, in ihrer Funktionalität nicht beeinträchtigte Zellstrukturen zu, so wird jede einzelne Testperson eine in ihrer Ausprägung mitunter überraschende Verbesserung des Wohlbefindens feststellen. Ob die Vorstellung, nur von Hitze unversehrte Dinge zu essen, nun schön ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Gewisse biophysikalische und biochemische Prozesse, Abläufe und Zusammenhänge bestehen unabhängig der kulinarischen Präferenzen verschiedener Menschen.



Im Rahmen meines Interesses an einem intakten Körpergefühl begab ich mich einst für zwei Monate in den Dschungel Südostasiens. Ich hatte mitbekommen und es schien mir nachvollziehbar, dass ein gesunder Körper teilweise mit gesunder Ernährung und die wiederum mit Natürlichkeit in Verbindung gebracht wurde. Die Nahrungsmittelindustrie wirbt gerne mit Schlagwörtern wie "Natur pur" oder "auf natürlicher Basis". Da ich mein Forschungsgebiet von den zu "100 % natürlichen" Biochips im Biomarkt auf ein womöglich noch natürlicheres Terrain ausweiten wollte, begab ich mich in den Urwald und suchte dort mein Essen.

Die Rechnung ging auf, so viel gleich vorweg. Zu essen jedoch fand ich erstaunlich wenig. Was ich aber fand, war zu 1000 % Urmaterie direkt aus dem Urwald. Ich spreche von 1000 %, weil mir die gefundenen Wildfrüchte dann doch noch zehnmal natürlicher als Biochips schienen.

Zwei Monate lang spazierte ich täglich sechs Stunden auf kleinen Trampelpfaden durch den Urwald. Ich trank Wasser aus dem Bach und aß wilde Früchte, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte. Ich aß nicht viel, da ich auf nur so wenige, kleine Früchte oder Beeren stieß, doch ich fühlte mich stets wohlgenährt, als hätte ich Konzentrat gegessen.

In den letzten zwanzig Jahren habe ich alle möglichen Lebensmittel hinsichtlich ihrer Fähigkeit getestet, den Körper zu einem schnurrenden Kätzchen zu machen. Mein Fazit lautet: Die absolute Oberkatastrophe sind Brot und Teig in all ihren Formen. Ähnlich verstopfend mies wirken sich Reis und Kartoffelprodukte aus. Am besten funktionieren Beeren, Früchte, Nüsse. Diese sind mit einem gewissen Abstand das beste Öl, das wir der Körpermaschine zuführen können.



Der Spaß- und Psychostimulationsfaktor spielt beim Thema Essen eine arg überbetonte Rolle. Unser Alltag ist oft so unprickelnd und freudeboosterarm, dass Essen sehr schnell in die Rolle des Freudevermittlers schlüpft. Nicht selten werden die über den Tag verteilten Esseinheiten als kleine Inseln der Freude im Leben beschrieben. Das ist alles gut und schön, aber nicht die Crème der Freudegenese. Am ehesten noch haben Kinder den Draht zur wahren Freudequelle nicht verloren: Spiel und Spaß mit Freunden. Erwachsenen kommt die Freude irgendwann abhanden und dann kochen, backen und grillen sie nur noch und trinken Wein.

Ein angemessener Stellenwert des Essens liegt bei ca. 0,5 bis 2 %. Das heißt, wir basteln, bauen und spielen den ganzen Tag und treiben Sport und erst, wenn nicht mehr weggehender Hunger oder nachlassende Energie das Weiterspielen beeinträchtigen, gehen wir kurz in den Garten und essen uns an ein paar Himbeeren satt. Auf diese Weise erreichen Körperfunktionalität, Stabilität, Denkleistung, Ausdauer, Wachheit, Einsatzbereitschaft und Agilität das höchste Level. Zu bemerken ist an dieser Stelle, dass ein Körper, der 30 Jahre lang hauptsächlich aus Brot- und Teigspeisen genährt wurde, nicht von heute auf morgen mit Himbeeren funktioniert. Ein Wasserrad funktioniert schließlich auch nicht mehr mit Wasser, wenn es in jeder Ritze durch sandigen Schlamm und Schlacken verdreckt ist, die im Rahmen einer schauerlichen Fehlbedienung durch das Rad gejagt wurden.

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Psychologie

Ja, Psychologie ist wahrscheinlich ein spannendes und relevantes Thema. Es geht ja immerhin darum, dass es sich im Oberstübchen nett anfühlen soll.

Was sollen wir anhand der bisher vollzogenen Gedanken von der Psychologie als Wissenschaft in unserer Welt halten? Blöd oder nicht blöd? Wie hoch ist der Bedarf an Psychologie, an Psychologen, an Psychiatern im Weltspa? Hm. Vermutlich geraten wir dort vor lauter Spiel, Spaß und Aufgehobenheit weniger in die Nähe einer psychologischen Schieflage. Psychologie neigt eher dann dazu auf den Plan gerufen zu werden, wenn Sand im Getriebe ist und es in der Seele zwickt.

Gewiss will die Psychologie verstehen und helfen und verfolgt einen wohlwollenden Ansatz, aber so läuft es natürlich nicht. Du kannst dich in einer verkackten Welt, in der es zwangsläufig in vielen Menschen zu psychischen Ungereimtheiten kommen muss, nicht einfach mit Psychologie beschäftigen oder dich zu einem Psychiater ins Zimmer setzen und dadurch nennenswert Gesundung erfahren. Es gibt insgesamt sehr viele Bücher, Aufsätze und andere Veröffentlichungen zum Thema Psychologie und Seelenheil, doch alle stochern mit ihren Ansätzen nur im dämlichen Schlamm, den uns unsere Welt bietet. Solange du bis zum Hals in diesem Schlamm steckst, ist es schwierig, nach den Erdbeeren oben zu schnappen. Also: Schlamm umwandeln, Schlamm begrünen, Saat ausbringen, Ernte einfahren.

Eine krankende Seele in einer krankenden Welt ist durch Gespräche und Therapien innerhalb der Mittel und Methoden dieser krankenden Welt nicht zu heilen. Großeltern, Eltern und Kinder müssen gemeinsam mit anderen Familien und Freunden Spas, Sportplätze, Spielplätze, Schwimmbäder und Gärten bauen, anlegen und beleben. Alles andere bringt nichts.

Ist es nicht wundervoll, wie einfach und kurz das Kapitel "Psychologie" in einer heilen Welt ausfällt? Es liegt einfach nur eine lose Seite in einem leeren Regal. In den Großstädten unserer missratenen Welt hingegen finden sich ganze Fachbibliotheken zum Thema Psychologie. Abertausende von Abhandlungen und Dissertationen und doch nur heiße, verzwickte Luft, die wahre Herstellung von Seelenbalsam nie wirklich im Auge habend. Womöglich ist eine große Fülle generell an Büchern und Zeitschriften zu allen Themen (jährlich viele Tausende Neuerscheinungen) ein Indiz für eine lebensschwache Welt, denn Lesen und Schreiben ist Schwarz auf Weiß, Stift auf Blatt, Auge auf Seite, während dir im selbsterfahrenden Aktivmodus der Regenbogen in den Nacken fließt und du im warmen Sommerregen dein Einhorn sattelst.

Mach dir mal Gedanken darüber, wie die Welt wäre, wenn du sie selbst von null auf erschaffst und gestaltest in all ihren Details. Stell dir vor, was du in dieser Welt den ganzen Tag und dann auch über die Jahre verteilt machen würdest. Es geht letzten Endes darum, dem Leben mehr Eigenwunschvorstellung einzuhauchen. Besucher der Woche Weisheit werde ich bei Gelegenheit bitten, mir ihre Welt vorzustellen.

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Die Dummheit der Welt

Die Welt ist dumm und die meisten Menschen spüren das auch. Hier und da unterhalten sich die Leute darüber, wie dumm dies oder jenes schon wieder ist. Sicherlich dürfen die Welt und das Leben an sich nicht grundsätzlich als doof und dumm eingestuft werden. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie das ganze gesellschaftliche und zivilisatorische Leben aufgebaut und strukturiert ist. Das ganze System aus Bildung, Wirtschaft, Finanzen, Politik, Medien und der Berufswelt ist dermaßen dumm, dass die meisten Menschen irgendwann der Gedanke streift, warum eigentlich alles ausgerechnet so dermaßen dumm sein muss.

Keiner lernt gerne den Scheiß in der Schule, jeder weiß, dass der Wirtschafts- und Geldkomplex mehr als nur komische Blüten treibt, alle kotzen beim Steuernzahlen, keiner schreibt Politikern Liebesbriefe, aus nahezu jedem Fernseh- und Medienkanal schwappt zu 99 % un- oder pseudoinspirierende Dummmanifestation und alle haben lieber frei und Urlaub, als ihren täglichen Arbeitskack hinter sich bringen zu müssen.

Natürlich werden wir alle in diese so dumm strukturierte Welt hineingeboren. Wer im Zoo aufwächst, findet Gitter, Wände, einen Baumstumpf zum Klettern und einen Wassertümpel zum Planschen normal. Wie doof all das in Wirklichkeit ist, wird viel deutlicher sichtbar, wenn wir uns nicht am gewohnten und nie anders kennen gelernten Scheiß, sondern an normalen Lebensgestaltungskonzepten orientieren.

Absolut normal ist es demnach, wenn die ganze Welt einem einzigen Spa gleicht. Ist dir mal aufgefallen, wie absolut lieb, freundlich und hilfsbereit die allermeisten Menschen sind? Sie geben dir Kirschen aus ihrem Garten, lassen dich an der Kasse ungefragt vor, wenn du selbst nur einen Artikel in der Hand hältst und bücken sich und helfen sofort beim Aufheben, wenn dir was runtergefallen ist. Ja, die Menschen allgemein sind dermaßen lieb und nett, dass sie sogar eine so dumme Welt hinnehmen, obwohl ein länderübergreifendes, flächendeckendes Wellnessparadies das Einzige ist, was sie verdient haben. Das alleinig zulässige Weltmodell, das ohne den Aufkleber "Achtung, dumm!" auskommt, ist das Weltspa der menschlichen Seelenblüte.

Es ist total bescheuert, dass es Wellnesshotels, Spaanlagen, Spaß- und Sportparks nur an einigen wenigen erlesenen Orten gibt, während der Rest der Welt aus Nicht-Spa-Landschaft und beschissenen, hässlichen, engen und dreckigen Städten besteht.

Im Normalfall ist die ganze Welt also ein Spa und die einzige Aufgabe besteht darin, mit Freunden umherzureisen und diese fantastische Welt an allen Enden und Ecken zu bewundern und zu genießen. Breite Wohncabriozüge bewegen sich gemütlich mit 30 km/h auf der ganzen Welt. Wir springen einfach nur auf und 20 Tage später an einem tropischen Strand wieder ab. Meer, Berge, Norden, Süden, Sommer, Winter, Spa überall für jedermann jederzeit.

Um diesen Status Spa aufrecht zu erhalten, werden alle Menschen lediglich in Spabau, -instandhaltung und -pflege geschult. Im Endeffekt muss die ganze Welt einfach nur so sein, wie sie beziehungsweise dieses ganz bestimmte sehr tolle Lebensgefühl in sehr vielen Filmen oder Populärmusikvideos dargestellt wird. Da lachen auch immer alle, fahren Cabrio, tanzen am Meer und lassen Ballons fliegen. Es ist einfach sehr verkehrt, ein solch positives Lebensspektakel im Musikvideo zu zelebrieren, während die 400.000.000 Menschen, die das Video anklicken, nur Zaungäste sind, die im Schnitt lediglich 2 % der dargestellten Lebenssüße abbekommen. Wir müssen den Spieß umdrehen, das Leben selbst zum Wunschfilm machen und passiv Videos zu gucken ist nur ein Abklatsch dagegen.



Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass manche Menschen, die sich als intellektuell bezeichnen würden, so tun, als sei die Welt gar nicht so dumm wie sie tatsächlich ist. Zumindest scheint diesen die allem zugrunde liegende Dummheit gar nicht aufzufallen. Sie referieren, veröffentlichen, schreiben, erklären und präsentieren, ohne die Taschenlampe gedanklichen Röntgens jemals auf den Boden zu richten, um die Dummheit anzuleuchten, auf der wir stehen. Intellekt ist laut Definition das geistige Vermögen, allein durch Denken zu Erkenntnis zu kommen. Viele "Intellektuelle" jedoch neigen dazu, weniger selbst zu denken, als vielmehr auswendig zu lernen und aus einem großen Pool gelesener, halbgarer, oberflächlicher Fassadeninformationen zu schöpfen und zu rezitieren.

Solche Menschen hätten wahrscheinlich keine Skrupel, auch Universitäten zum Beispiel als nichtdumme oder gar geistig wertvolle Institutionen der Bildung darzustellen. Die Frage jedoch ist, wie undumm und nützlich Universitäten überhaupt sein können, wenn diese offenkundig offensichtlich auch nicht im Ansatz dazu imstande sind oder beitragen, die Welt zu einem weniger dummen Lebensraum zu formen? Schließlich haben wir Unis, Lehrpläne, Professoren, Dozenten und Studenten ohne Ende und trotzdem ist und bleibt immer alles gleich dumm. Jeder schlussfolgerungspatenten Logik nach müssen Universitäten, Schulen, sämtliche Bücher und Zeitschriften, alle anderen Formen von Bildungseinrichtungen und Sozialorganisationskörpern komplett unzulänglich und dumm sein, da sie alle omnipräsent exisitieren und wirken, der Dummheit an allen Enden und Ecken jedoch keinerlei Abbruch geleistet wird.

Grundsätzlich macht es wenig Sinn, dumme Dinge ausgiebig zu analysieren. Misslungene Entwürfe am besten zusammenknüllen, wegwerfen und nochmal neu anfangen. Verfehlte Dinge machen wir beim nächsten Mal automatisch besser. Der Fokus soll auf der Erschaffung undummer, sprich fließender und flutschender Mechanismen liegen.



In dieser von Dummheiten gespickten Welt ist vielleicht schwierig zu sagen, was denn nun die wirklich allerdümmste aller Sachen ist, aber Geld hat gewiss das Potential dazu. Geld ist wie Fischfutter ausm Automaten in der Forellenzuchtanlage. Rauslassen, ins Becken werfen und alle stürzen sich wie blöd drauf.

Schon klar: Wer viele Geldscheine oder hohe Ziffern aufm Konto besitzt, hat besseren Zugang zu den Spazonen des Lebens. Das Dumme daran ist, dass alle Menschen dieser Welt sehr lieb sind und gerne in einer Spalandschaft leben würden. Da es der Weltgemeinschaft nicht gelingt, allen gemeinsam diesen Wunsch zu erfüllen, müssen sehr unzulängliche, sprich dumme Mechanismen am Werk sein. Da der Hauptmechanismus der Welt Geld ist, muss Geld dumm sein.

Klar ersichtlich wird die Dummheit von Geld, wenn wir die Angelegenheit aus der Warte des Weltspas betrachten: Alle Menschen auf der ganzen Welt turnen ungestört froh und munter von einem Spa zum anderen. Wellness überall, toller Wohnraum überall, Essen überall, Menschen und Freude überall. Plötzlich kommt jemand daher und sagt, "Moment, Moment, das ist doch alles eine Stufe zu toll und schön hier. Lasst uns eine gewaltige Spaßbremse erfinden, etwas, das alles total kompliziert, etwas, das aus jedem freudvoll-intuitiven Fluss ein bürokratisches Stück Scheiße macht. Lasst uns alle Handlungen mit dem Hantieren und Verwalten von Scheinen, Münzen und Ziffern verknüpfen und lasst uns diese Sache Geld nennen." Wie sich unschwer erahnen lässt, wäre ein solcher Vorschlag fremdbeschämt schon abgelehnt, bevor den Kindern im Garten die nächsten Erdbeeren in den Mund fallen.

Aus unausreichend denkfähigen Quellen mit mangelhaftem Einschätzungsvermögen hören wir nicht selten, dass Geld eine fortschrittliche, sich motivierend auswirkende, zivilisatorische Errungenschaft und ein "nützliches Tauschmittel" sei. Ja, ganz toll. Was tauschen wir denn ein? Das Weltspa für alle gegen Spamangel für alle? Geld ist ein fantastisch nützliches Bescheißmittel, mehr nicht.

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